corréspondance: Die Welt schweigt und steht still – in St. Lukas ist Klang

Kirchenräume sind anders. Sie stehen in einem besonderen Verhältnis zu ihrer Umgebung. Wie ein Resonanzraum nehmen sie den Klang ihres Umfelds auf, verstärken und verändern ihn.

Michael Leyk, der aktuell sein kirchenmusikalisches Praxisjahr an St. Lukas absolviert, platziert 26 Schallquellen im großen Kirchenraum von St. Lukas, die die Stimmen einzelner SängerInnen wiedergeben. Stellvertretend für die Menschen der Stadt, die gerade nicht zusammenkommen können, bleibt der Kirchenraum so vom Klang erfüllt.

Für die Aufnahmen zur Klanginstallation wurden die Stimmen der SängerInnen des Lukas-Chores einzeln nacheinander aufgezeichnet. Die Lautsprecher sind mit Abstand zueinander im Raum platziert. Durch die Art der Wiedergabe entsteht in St. Lukas aus dem Akt der Distanzierung eine Konsonanz, die einlädt, den physischen Raum neu zu erschließen.

Die Aufstellung der Lautsprecher folgt dem kreuzförmigen Grundriss der Kirche. Beim Betreten des Raumes ergibt sich zunächst ein diffuses Klangbild. Begibt man sich in den Mittelgang, nimmt man zu Beginn einzelne Schallquellen wahr. Weitere in der Kirche installierte Lautsprecher locken zum Erkunden des Raumes.

Begibt man sich an den geometrischen Mittelpunkt von St. Lukas – unter die Kuppel – und lenkt den Blick von hier in Richtung eines der Enden des Kreuzes, fügen sich die einzelnen Stimmen zu einem schlüssigen Gesamtbild.

Begibt man sich wieder auf die Schallquellen zu, tritt die Wahrnehmung der einzelnen Stimmen in den Vordergrund. Sie sind eingeladen, zu verweilen und zu erfahren, wie Raum, Klang und Stille an unterschiedlichen Plätzen der Kirche wirken.

Lukaskantor Tobias Frank wählte für die Installation Musik aus, die mit den akustischen Möglichkeiten des Klangraumes und der Beschallung spielt.

 

Bitte betreten Sie den Kirchenraum nur mit Mund-Nase-Schutz und dem gebotenen Abstand.